Mediation als eine Möglichkeit,  einen Streit beizulegen, gibt es schon seit mehreren tausend Jahren. In vielen Kulturkreisen wurde das genutzt. Auch im Mittelalter wurde Mediation bei uns  eingesetzt, um in  Konflikten zu vermitteln. Leider ist dies aber vielen nicht mehr bewusst. Ganz häufig passiert es, dass Mediation mit Meditation verwechselt wird.

Was genau verbirgt sich denn hinter dem Begriff Mediation?

Ziel eines Mediationsverfahrens ist es, dass die Konfliktparteien mit der Untersützung eines neutralen Vermittlers fähig werden, eigenverantwortlich eine Lösung für ihren Konflikt zu erarbeiten. Angestrebt wird eine Lösung, die für alle Konfliktparteien gewinnbringend ist.

Welche anderen Konfliktlösungsverfahren gibt es und welchen Vorteil kann die Mediation als Strategie zur Konfliktlösung bieten?

Erinnern wir uns an Konfliktsituationen aus unserer Vergangenheit. Welche Möglichkeiten Konflikten zu begegnen fallen uns ein. In den meisten Fällen werden die nachfolgenden Konfliktlösungsstrategien genannt. Je nach persönlichem Charakter und Sozialisation kommen bestimmte Konfliktlösungsstile bevorzugt zum Ensatz.

Kampf

Nachgeben

Durchsetzen

Kompromisse schließen

Ignorieren

Konflikte auf diese Art und Weise zu lösen, hat zur Folge, dass es mindestens einen Verlierer gibt. Zumindest eine, häufig aber auch beide Parteien fühlen sich als Verlierer.  Dies wirkt sich  auch belastend auf die bestehende Beziehung aus. Treten erneut Meinungsverschiedenheiten auf, wird es zu einem noch größeren Zerwürfnis kommen. Die persönliche Beziehung wird immer schlechter, es folgen Rachegedanken und der Focus wird auf das Fehlverhalten der anderen Konfliktpartei gelegt. Wir nehmen verstärkt die Fehler des anderen wahr. Wir beginnen das Verhalten des anderen immer als Angriff gegen uns zu deuten.  Unser eigenes Verhalten wird nur noch durch das Verhalten des Gegners begründet. Eine entsteht eine  Konfliktspriale,  aus der wir nicht mehr heraus kommen. Unsere Wahrnehmung ist durch unsere negativen Gefühle und Gedanken gestört. Unser allgemeines Wohlbefinden verschlechtert sich. Häufig wirken sich die Folgen eines Konflikts auch auf unsere anderen Beziehung und Lebensbereiche aus.

Genau in dem Augenblick, wo es uns nicht mehr möglich ist, einen neutralen Blick auf die Situation zu finden, setzt die Mediation an.

Der Mediator unterstützt  die Konfliktparteien dabei,  wieder eine Grundlage zu erarbeitn, die es den Streitenden ermöglicht, wieder  vernünftig und sachlich miteinander zu verhandeln. Die Konfliktparteien erkennen ihre eigentlichen Interessen. Das bildet eine neue Basis, neue Perspektiven für die Lösung des Streits zu finden. Lösungen, die auf diese Weise entwickelt werden sind in der Regel für die vom Konflikt betroffenen Parteien gewinnbringend und nachhaltig.